
Nun also, Anno 2024, da wir das garstige Jahr beenden und ein neues, gar schrecklicheres, baldig beginnen, heben wir den Arm zur Zuschaltung des einzuleitenden Blitzes. Etwas fürchterlich im Gemüte, verspannen wir den Griff muskulös um die Hantel der Stromkreisschließeinheit. Ein, so das Hoffen, sichernder Querblick geht uns aller Mary Shelley zu. Stummes Nicken. Ruckhaft reißt alle Gewalt am Hebel. Es kracht explosiv im Turmgebälk. Danach ist, weil ohrenbetäubt, Stille. Draus ein mildes Knistern sich erhebt, begleitet von tropfendem Wetterlaut auf Schiefer. Alles wie zuvor. Elektrische Anzeigen, zurück auf Anfang, der OP-Tisch unverändert, das übergeworfene Laken starr, das Geborgene nach der Durchzuckung mit Energie wieder hingestreckt.
Das Erinnern kehrt zurück, an Orte der Sammlung, den Stein- und Stelenwald unterhalb des gottlosen Hauses. Den Geruch von nasser Erde und pilziger Fäulnis in der Nase, gemischt zum Odeur das Vergangenheit an Gegenwart bindet, hier und jetzt aus Gefleddertem Zukunft zu bauen. Zitate, Bilder und Geräusche assoziieren sich wild herbei, innre Unruhe hastet durch sie, wie in panischem Drang, Assemblage von Fetzen die zusammengeflickt das Ich, und sein Wir, bilden, die angepasst sitzende Kutte. Plötzlich ein kratzendes Geräusch, wie von Fingernägeln auf Metall, schlürfend, langsam, entnervend. „Ist… ist das Experiment gelungen?“, zittert das Organ an Marry gewandt. Jene festen Schrittes zum Tisch geht, nach dem Lacken greift, es rasch lüftet, forschende Blicke drunter zu werfen. Ihr Antlitz hebt sich, merkwürdig grinsend entfleucht ihrem Munde triumphierenden Tones „As it seems…“.

Nu na. Wir wollen mit der Assoziation, wie in ÜBER angerissen, uns der Fetzungen von Realitätsstoffen annehmen, sie zu besticken, zu flicken, in größere Gewebe zu integrieren, ja die fadene, manchmal sicher fade, Essenz extrahieren. Den Menschen zum gerechten Genuss, zur faden Erkenntnis, zum Guten und Schönen zu führen. Flicken für Flicken.
Grundlegend sind hierfür Themen der Kultur- und Gesellschaftskritik, sowie philosophischer und politischer Erörterungen und Ideologiekritik grobe Rahmen. Hinzu kommen evtl. noch versteckte Hinweise, hier und da, Leipziger Nächte um Ohren zu schlagen, die Klingen. Nicht nur zur Ach-Weh-Nachtszeit. Die Autor*innen, Bilderbastler*innen und Fotoknipser*innen hoffen, die Lesenden/Sehenden mögen Freude dran haben, was jene hier hin schmieren.
Forza Assoziation!
